Grip statt Gummi!

Ich wünschte, OnePlus würde uns das Sandstone-Gehäuse zurückgeben. Aber was tun sie stattdessen? Mit dem OnePlus 6T bringen sie ein Gehäuse heraus, welches glatter kaum sein könnte. Nicht nur, dass die Rückseite aus Glas wäre, was allein schon wenig Reibung auf trockner Haut erzeugt; nein, zu allem Überfluss versiegeln sie die Glasoberfläche auch noch mit einer Nanoschicht, damit keine Fingerabdrücke daran haften bleiben. Ohne ein Cover ist es eine Frage der Zeit, wann dem Benutzer das wertvolle Smartphone das erste Mal aus den Händen gleitet.

Ich habe einige Cover und auch ein dbrand-Skin ausprobiert. Das Skin ist zwar hochwertig und sieht gut aus, bringt aber auch nicht den vom OnePlus One gewohnten Grip. Auch die TPU-Cover gefallen mir nicht, weil sie alle mehr oder weniger dick auftragen und nicht die gewünschte Griffigkeit bringen.

Es hilft nichts. Wenn OnePlus uns keine schönen Sandstone-Gehäuse mehr gibt, dann müssen wir sie uns selbst machen. Das ist weniger kompliziert als befürchtet und kostet wenig. Man benötigt als Sandstone-Oberfläche Nassschleifpapier, welches man im Baumarkt kaufen kann. Meine Wahl fiel auf ein Papier von Bosch mit einer 180er-Körnung. Ein Bogen der Größe 230 x 280 mm kostet ca. 1 €. Zum Aufleben habe ich doppelseitig klebendes (Teppich-)Klebeband von Tesa benutzt, und zwar das permanent klebende.

Utensilien
Pappschablone

Zunächst schneide ich mit einer Schere aus dem Schmirgelpapier ein Rechteck mit abgerundeten Ecken aus, welches gerade so groß ist, dass es die flache Rückseite des Smartphones abdeckt. Der Kantenradius sollte nur ein wenig überdeckt werden, weil sonst die Gefahr besteht, dass sich das Schmirgelpapier von der Kante löst.

Als nächstes muss der Ausschnitt für die Kameraobjektive und die LED mit einem scharfen Messer herausgetrennt werden.

Skin

Auf die Rückseite des Schmirgelpapiers klebt man nun einige Streifen des Klebebandes und schneidet die überstehenden Streifen bündig mit der Schere ab. Ebenso den Kammerausschnitt und das Loch für die LED freimachen. Bevor wir das fertige Sandstone-Skin aufkleben, sollten wir die Rückseite des Gehäuses mit Nitro-Verdünnung reinigen, sodass es frei von Fett und Schmutz ist.

Skin mit Klebeband

Wenn alles soweit vorbereitet ist, können wir das zugeschnittene Schmirgelpapier-Blättchen positionieren und aufkleben. Dabei vorsichtig sein. Sobald das Klebeband das Gehäuse berührt, ist ein Verschieben nicht mehr möglich. Dann alles schön andrücken und sich setzen lassen. Am besten, ein Gummicover drüberziehen und über Nacht liegen lassen. Das sorgt dafür, dass das doppelseitige Klebeband auch auf der Nanoschicht einigermaßen gut haftet. Am nächsten Tag können wir das Cover entfernen und können den extrem starken Grip endlich genießen.

Sandstone aufgeklebt
Sandstone-Skin

Was es gebracht hat, kann man erst richtig beurteilen, wenn man das Handy mit dem Sandstone-Skin einmal in der Hand gehalten hat. Die Reibung ist phänomenal! Ein kurzes YouTube-Video soll das verdeutlichen.

Grip testen

Vier Smartphones liegen auf einer mit Kunstleder bezogenen Mappe. Kunstleder deshalb, weil es der Beschaffenheit der Haut recht nahe kommt. Als erstes rutscht das weiße Huawei P8 Lite mit einer glatten Kunststoffrückseite. Kurz danach das iPhone 6, welches in einem gummierten Anker-Cover steckt. Dann ist das OnePlus One an der Reihe, das erste und einzige Smartphone mit einem serienmäßigen Sandstone-Gehäuse. Im Laufe von 3,5 Jahren Benutzung ist es allerdings schon ein wenig abgegriffen. Das OnePlus One 6T rutscht als letztes bei einem sensationell steilen Winkel. Die Bewegung erinnert schon sehr an einen freien Fall.

Wer sich einmal an den Grip von Sandstone gewöhnt hat, möchte es nicht mehr missen. Ich glaube, stärkerer Grip tut mehr für die Sicherheit eines Smartphones als ein Cover. Hinzu kommt, dass ausnahmslos jedes Cover hässlich ist und ein Smartphone dadurch dick und unförmig wird. 😉

Für Puristen, die ihr Handy am liebsten “naked” lassen, stellt ein Sandstone-Skin das Optimum dar.